Angaben aktualisiert am 14.10.09, 11.15 Uhr
In Nordtirol sollte während der kommenden Tage auf eine mögliche Gefährdung von Gleitschneelawinen geachtet werden. Diese Gefahr besteht auf steilen, glatten Wiesenhängen. Gleitschneelawinen kündigen sich durch Zugrisse in der Schneedecke - so genannte Gleitschneemäuler - an. Da der Auslösezeitpunkt nicht vorhersehbar ist, sollte man bei Unternehmungen Bereiche unterhalb solcher Gleitschneemäuler möglichst meiden.
Ansonsten sind Lockerschneelawinen aus extrem steilem, von der Sonne beschienenen Gelände möglich. Schneebrettlawinen dürften aufgrund der noch fehlenden Schwachschicht im hochalpinen Gelände noch keine ernst zu nehmende Gefahr darstellen. Dennoch sollten frisch eingewehte Bereiche im sehr steilem, kammnahen Gelände vorsichtiger beurteilt werden.
Während der vergangenen drei Tage hat der Winter ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Am meisten Schnee ist in den Nordalpen, dem Arlberggebiet und Außerfern sowie den Regionen entlang des Alpenhauptkammes gefallen. Dort betragen die Gesamtschneehöhen auf 2000m derzeit meist zwischen 75 und 110cm. Im übrigen Nordtirol sind es häufig um 50cm, in Osttirol wird es gegen Süden hin ständig weniger. Typisch für diese Jahreszeit fehlen noch ausgeprägte Schwachschichten innnerhalb der Schneedecke. Einzig glatter, steiler Boden, also z.B. Grashänge oder Felsplatten können als Gleitflächen für Lawinen dienen. Die Schneedecke wird zumindest bei jenen Hängen, die der Sonne ausgesetzt sind, rasch an Mächtigkeit verlieren.
Die Gefahr von Gleitschneelawinen wird während der kommenden Tage noch ein Thema bleiben, sollte dann aber - der Jahreszeit entsprechend - rasch zurückgehen.
Die nächste Aktualisierung wird erst wieder bei einer gravierenden Änderung der Lawinensituation erfolgen.